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Familiäres Risiko : Ist Darmkrebs erblich?

(28.11.2011) „In den meisten Fällen nicht“, sagt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband
Niedergelassener Gastroenterologen (bng). „Aber bei bis zu einem Drittel der an Darmkrebs
erkrankten Menschen war zuvor bereits ein enger Verwandter betroffen. Und bei etwa fünf Prozent
dieser Patienten hat der Darmkrebs eine bekannte genetische Ursache.“
Für Menschen mit einer erblichen Vorbelastung oder mit familiären Risikofaktoren reicht die übliche
Vorsorge durch eine Darmspiegelung, die ab dem 55. Lebensjahr allen gesetzlich Versicherten einmal in
zehn Jahren zusteht, nicht aus. Sie benötigen eine engmaschigere Kontrolle und eine genauere Analyse
ihres Risikoprofils. Menschen mit erblicher Vorbelastung erkranken sehr häufig auch bereits vor dem 50.
Geburtstag an Darmkrebs.
„Wir müssen besonderen Risiken eine stärkere Aufmerksamkeit widmen“, meint der bng-Experte. Heute
stehen Fragebogen zur Verfügung, mit denen die persönliche Betroffenheit abgecheckt werden kann.
Bereits ein Fall von Darmkrebs in der engeren Verwandtschaft gibt Anlass, zu besonderer Achtsamkeit.
Dass diese Einsicht allmählich an Boden gewinnt, zeigt beispielhaft das Projekt “Familien vor Darmkrebs
schützen”, mit dem die Techniker Krankenkasse ihren Versicherten bei erhöhtem Darmkrebsrisiko
zusätzliche Untersuchungen und frühzeitige Hilfe anbietet.
„Die niedergelassenen Gastroenterologen engagieren sich dafür, dass solche Projekte auf breiter Basis
angeboten werden“, erklärt Dr. Theilmeier, „denn Darmkrebs kann durch Vorsorge verhindert
beziehungsweise bei rechtzeitiger Erkennung geheilt werden.“ Das Projekt “Familien vor Darmkrebs
schützen” ist ein erfolgversprechendes Beispiel für die integrierte Versorgung, bei der ein
hochqualifiziertes interdisziplinäres Netzwerk effektiv zur Senkung der Krebssterblichkeit in Deutschland
beiträgt.
„Wer sein persönliches Risiko kennen möchte, sollte sich an einen Gastroenterologen wenden und sich
von ihm über angemessene und mögliche Vorsorge-Untersuchungen beraten lassen“, empfiehlt Dr.
Theilmeier.

(Quelle : bng )

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